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Hausarzt soll künftig über Facharztbesuche entscheiden

VON Katrin Schuster
6. März 2026
in LEBEN, PANORAMA
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Geplante Reform verändert Zugang zum Gesundheitssystem

Die Bundesregierung plant eine grundlegende Umgestaltung des deutschen Gesundheitssystems. Künftig sollen Patienten in den meisten Fällen nicht mehr direkt zu einem Facharzt gehen können. Stattdessen soll der Hausarzt zur zentralen Anlaufstelle und Koordinationsinstanz werden. Die neue Struktur soll Patienten gezielter durch das komplexe medizinische Versorgungssystem führen.

Die Reform ist Teil der gesundheitspolitischen Vorhaben der Regierungskoalition. Ziel ist es, medizinische Abläufe effizienter zu gestalten, unnötige Untersuchungen zu vermeiden und die steigenden Kosten im Gesundheitswesen einzudämmen. Gleichzeitig sollen Facharzttermine stärker für jene Patienten reserviert werden, die tatsächlich eine spezialisierte Behandlung benötigen.

Das geplante Modell orientiert sich an sogenannten Primärarztsystemen, die in vielen europäischen Ländern bereits etabliert sind.

Hausärzte als zentrale Steuerungsstelle

Nach den aktuellen Planungen wird der erste Weg bei gesundheitlichen Beschwerden künftig grundsätzlich in die Hausarztpraxis führen. Der Hausarzt entscheidet anschließend, ob eine Behandlung dort möglich ist oder ob eine Überweisung an einen Spezialisten erforderlich ist.

Die Regierung verfolgt damit das Ziel, das deutsche Gesundheitssystem besser zu strukturieren. Deutschland gehört international zu den Ländern mit besonders häufigen Arztbesuchen. Viele Patienten suchen mehrere Ärzte parallel auf, ohne dass ihre Behandlung ausreichend koordiniert wird.

Durch die stärkere Rolle des Hausarztes soll eine bessere Abstimmung zwischen den medizinischen Fachrichtungen erreicht werden. Gleichzeitig erhofft sich die Politik eine Entlastung überfüllter Facharztpraxen.

Freie Arztwahl bleibt grundsätzlich bestehen

Trotz der geplanten Steuerung soll ein grundlegendes Prinzip des deutschen Gesundheitssystems erhalten bleiben: die freie Arztwahl. Patienten können weiterhin selbst entscheiden, welchen Hausarzt sie konsultieren möchten.

Allerdings ist vorgesehen, dass sich Versicherte für einen bestimmten Zeitraum an eine Hausarztpraxis binden. Die Bundesärztekammer empfiehlt hierfür eine Mindestdauer von zwölf Monaten. Innerhalb dieser Zeit soll der gewählte Hausarzt die medizinische Betreuung koordinieren.

Auch bei Fachärzten bleibt eine gewisse Entscheidungsfreiheit bestehen. Patienten können weiterhin selbst auswählen, zu welchem Spezialisten sie nach einer Überweisung gehen möchten.

Ausnahmen für bestimmte Fachrichtungen

Das geplante Modell sieht mehrere Ausnahmen vor. In einigen medizinischen Bereichen sollen Patienten weiterhin direkt einen Spezialisten aufsuchen können.

Zu den vorgesehenen Ausnahmen gehören insbesondere:

  • Augenärzte
  • Gynäkologen
  • Zahnärzte
  • Kinderärzte

Diese Fachrichtungen spielen eine zentrale Rolle in der Grundversorgung und werden deshalb nicht vollständig in das Überweisungssystem integriert.

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen sind ebenfalls Sonderregelungen geplant. In solchen Fällen könnten etwa Jahresüberweisungen ausgestellt werden, sodass Patienten ihren behandelnden Facharzt weiterhin regelmäßig aufsuchen können.

Erhoffte Vorteile für Patienten

Die Bundesregierung verbindet mit dem neuen Modell mehrere Erwartungen. Ein zentraler Vorteil soll ein ganzheitlicher Blick auf die Gesundheit der Patienten sein. Hausärzte kennen häufig die gesamte Krankengeschichte sowie alle verschriebenen Medikamente.

Dadurch lassen sich mögliche Risiken besser erkennen. Besonders wichtig ist dies bei der Kombination mehrerer Medikamente, bei denen gefährliche Wechselwirkungen auftreten können.

Ein weiterer Vorteil könnte die Verkürzung von Wartezeiten sein. Wenn Facharzttermine stärker für komplexe Fälle reserviert werden, könnten Patienten mit dringenden Problemen schneller einen Termin erhalten.

Zudem soll die Lotsenfunktion der Hausärzte helfen, überflüssige Untersuchungen zu vermeiden und die medizinische Versorgung besser zu koordinieren.

Kritik von Verbraucherschützern und Ärzten

Trotz dieser Ziele stößt die Reform auch auf Kritik. Verbraucherschützer warnen davor, dass die neue Struktur zusätzliche Probleme verursachen könnte.

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, äußerte deutliche Bedenken. Sie erklärte:
„Das System wird den schwierigen Zugang zu Fachärzten nicht lösen, sondern neue Probleme schaffen.“

Ein häufig genannter Kritikpunkt ist die ohnehin angespannte Lage in vielen Hausarztpraxen. Bereits heute herrscht in zahlreichen Regionen ein Mangel an Hausärzten, insbesondere im ländlichen Raum. Kritiker befürchten daher, dass Hausarztpraxen zum Engpass im System werden könnten.

Auch einige Fachärzte äußern Skepsis. Der Verband der HNO-Ärzte warnt beispielsweise, dass schwere Erkrankungen möglicherweise später erkannt werden könnten, wenn Patienten zunächst den Umweg über den Hausarzt nehmen müssen.

Bestehende Modelle als Vorbild

Ganz neu ist das Konzept eines Primärarztsystems in Deutschland allerdings nicht. Bereits seit 2007 bieten Krankenkassen die sogenannte Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) an.

Mehr als zehn Millionen Versicherte nutzen diesen freiwilligen Tarif bereits. Teilnehmer verpflichten sich, bei gesundheitlichen Problemen zunächst den Hausarzt aufzusuchen. Ausnahmen gelten nur für bestimmte Fachrichtungen sowie für medizinische Notfälle.

Viele Krankenkassen verbinden die Teilnahme mit zusätzlichen Vorteilen. Dazu gehören etwa Prämienzahlungen, kostenlose Gesundheitsuntersuchungen oder der Wegfall bestimmter Zuzahlungen.

Eine Untersuchung der AOK Baden-Württemberg aus dem Jahr 2026 zeigt, dass dieses Modell medizinische Vorteile haben kann. Bei Diabetespatienten traten deutlich seltener schwere Komplikationen wie Herzinfarkte auf, da die Behandlung stärker koordiniert wurde.

Internationale Erfahrungen mit Primärarztsystemen

Auch ein Blick ins Ausland zeigt, dass solche Modelle weit verbreitet sind. In den Niederlanden etwa gilt der Hausarzt traditionell als erste und wichtigste Anlaufstelle im Gesundheitswesen.

Nach Angaben des niederländischen Hausärzteverbands suchen 93 Prozent der Patienten zunächst einen Hausarzt auf. In den meisten Fällen können die Probleme dort bereits gelöst werden.

Nur etwa sieben Prozent der Patienten werden anschließend an Fachärzte überwiesen.

Das niederländische System unterscheidet sich jedoch in einem wichtigen Punkt von den deutschen Plänen: Dort gibt es keine uneingeschränkte freie Arztwahl. Häufig weist die Krankenkasse den Patienten einen Hausarzt zu.

Weitere Reformschritte erforderlich

Wie genau das neue deutsche Primärarztsystem ausgestaltet sein wird, ist derzeit noch nicht endgültig entschieden. Experten betonen, dass zusätzliche Reformen notwendig sein könnten.

Die Gesundheitsökonominnen Gina Wittlinger und Leonie Sundmacher weisen darauf hin, dass eine stärkere Primärversorgung Voraussetzung für ein funktionierendes System sei. Denkbar wäre etwa, dass qualifizierte Pflegekräfte künftig bestimmte Aufgaben übernehmen, um Hausärzte zu entlasten.Die zuständige Gesundheitsministerin Nina Warken hat angekündigt, im Sommer einen konkreten Gesetzesentwurf vorzulegen. Die Einführung des neuen Systems könnte nach derzeitigen Planungen ab dem Jahr 2028 erfolgen.

Schlagwörter: ArztwahlDeutschlandFacharztGesundheitGesundheitsreformGesundheitssystemGrundversorgungHausarztKrankenkassenLebenPatientensteuerungPrimärarztsystemÜberweisungWissenschaft
Katrin Schuster

Katrin Schuster

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