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Zalando entlässt 2.700 Beschäftigte nach Konzernumbau

VON Tobias Schreiner
8. Januar 2026
in LEBEN, UNTERNEHMEN
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Tausende verlieren ihre Arbeit durch strategische Entscheidungen

Der Onlinehändler Zalando stößt nach der Übernahme von About You einen massiven Stellenabbau an. Rund 2.700 Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze. Der Konzern begründet den Schritt mit einer Neustrukturierung seines europäischen Logistiksystems – für die Betroffenen bedeutet dies den abrupten Verlust von Einkommen, beruflicher Perspektive und sozialer Sicherheit.

Es handelt sich nicht um Einzelfälle oder natürliche Fluktuation, sondern um einen koordinierten Abbau tausender Stellen innerhalb weniger Monate.

Schließung des Logistikzentrums Erfurt als Zäsur

Besonders schwer trifft es den Standort Erfurt. Das dortige Logistikzentrum soll bis Ende September vollständig geschlossen werden. Tausende Beschäftigte verlieren damit ihren Arbeitsplatz in einer Region, in der industrielle Großarbeitgeber ohnehin rar sind. Der Standort galt jahrelang als Rückgrat der regionalen Beschäftigung im Logistiksektor.

Mit der Schließung endet für viele Mitarbeiter eine Tätigkeit, die körperlich belastend, aber vergleichsweise stabil war. Ersatzarbeitsplätze in ähnlicher Größenordnung sind vor Ort nicht absehbar.

Externe Standorte fallen ebenfalls weg

Zusätzlich beendet Zalando die Zusammenarbeit mit drei extern betriebenen Logistikstandorten im Ausland. Die dortigen Verträge werden nicht verlängert. Auch wenn diese Arbeitsplätze formal nicht direkt bei Zalando angesiedelt sind, verlieren zahlreiche Beschäftigte faktisch ihre Jobs – ausgelöst durch eine Entscheidung des Konzerns.

Der Umbau reduziert das gesamte europäische Logistiknetzwerk auf 14 Standorte in sieben Ländern. Effizienzgewinne für den Konzern gehen dabei eins zu eins zulasten der Beschäftigten.

Übernahme als Auslöser für Kahlschlag

Der Stellenabbau steht im direkten Zusammenhang mit der Integration von About You. Doppelstrukturen sollen beseitigt, Kosten gesenkt, Margen verbessert werden. Was in Vorstandsetagen als „Synergie“ bezeichnet wird, bedeutet auf operativer Ebene Entlassungen im großen Stil.

Der Konzern spricht von Verhandlungen über einen Sozialplan und ein „umfassendes Unterstützungsangebot“. Konkrete Zusagen zu Abfindungen, Weiterbeschäftigung oder langfristiger Absicherung wurden bislang nicht veröffentlicht.

Arbeitsmarkt unter zusätzlichem Druck

Der Wegfall von 2.700 Arbeitsplätzen kommt zu einer Zeit, in der viele Regionen bereits unter wirtschaftlicher Unsicherheit, steigenden Lebenshaltungskosten und zurückhaltender Konsumnachfrage leiden. Für Pendler, Alleinerziehende und ältere Beschäftigte sind die Chancen auf einen gleichwertigen neuen Arbeitsplatz besonders gering.

Die Entlassungen wirken über den Konzern hinaus: Kaufkraft geht verloren, kommunale Einnahmen sinken, soziale Sicherungssysteme werden zusätzlich belastet.

Symbol für eine Branche im Rückzug

Der Stellenabbau bei Zalando ist mehr als eine unternehmerische Einzelentscheidung. Er steht für den strukturellen Rückzug des E-Commerce aus der Wachstumsphase. Nach Jahren der Expansion folgt nun die Phase der Konsolidierung – bezahlt von den Beschäftigten.Für tausende Familien bedeutet der Konzernumbau eine existentielle Zäsur. Die wirtschaftlichen Risiken werden privatisiert, die sozialen Folgen ausgelagert.

Schlagwörter: AboutYouArbeitslosigkeitArbeitsplatzverlustDeutschlandE-CommerceEntlassungenErfurtKriseLebenLogistikzentrumRestrukturierungStellenabbauWirtschaftZalando
Tobias Schreiner

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