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Gold durchbricht die 5.000-Dollar-Marke

VON Tobias Schreiner
26. Januar 2026
in MARKT, WELT
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Edelmetall erreicht neues Allzeithoch in unsicheren Zeiten

Der Goldmarkt hat ein historisches Kapitel aufgeschlagen. Erstmals in seiner Geschichte wurde eine Feinunze Gold oberhalb von 5.000 US-Dollar gehandelt. In der Spitze kletterte der Preis auf 5.093 US-Dollar und markierte damit ein neues Rekordniveau. Marktbeobachter sehen darin den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die sich seit Monaten beschleunigt und von außergewöhnlichen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Spannungen begleitet wird.

Gold bestätigt damit erneut seinen Ruf als klassische Krisenwährung. In Phasen wachsender Unsicherheit suchen Investoren weltweit Schutz in realen Vermögenswerten, die als wertbeständig gelten und unabhängig von politischen Entscheidungen oder Währungen funktionieren.

Politische Spannungen als zentraler Preistreiber

Analysten verweisen zunehmend auf die internationale Politik als Hauptursache der Rally. Besonders die außen- und handelspolitischen Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump wirken als Katalysator. Konflikte rund um Grönland, die angespannte Lage im Iran sowie die Situation in Venezuela sorgen für geopolitische Verwerfungen, die an den Finanzmärkten mit wachsender Nervosität verfolgt werden.

Hinzu kommt eine schwer kalkulierbare Zollpolitik der USA. Drohungen mit neuen Importabgaben, kurzfristige Richtungswechsel und politische Eskalationen haben das Vertrauen vieler Marktteilnehmer in stabile Handelsbeziehungen erschüttert. In diesem Umfeld gewinnt Gold als Absicherung gegen politische Risiken deutlich an Bedeutung.

Innenpolitische Unruhe belastet die USA

Neben internationalen Konflikten rücken zunehmend auch die inneren Spannungen in den Vereinigten Staaten in den Fokus. Das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE hat nach mehreren gewaltsamen Zwischenfällen landesweit für Besorgnis gesorgt. Nach tödlichen Schüssen auf einen weiteren US-Bürger meldeten sich mehr als 60 Unternehmenslenker aus Minnesota öffentlich zu Wort und forderten eine Deeskalation der Gewalt.

Unter den Unterzeichnern befanden sich bekannte Konzerne wie 3M, Best Buy und Target. In Wirtschaftskreisen wird bereits von einer innenpolitischen Krise gesprochen. Diese Entwicklung schwächt nicht nur das Vertrauen in die politische Stabilität der USA, sondern setzt auch den US-Dollar unter Druck. Für internationale Käufer wird Gold dadurch zusätzlich günstiger, was die Nachfrage weiter antreibt.

Zentralbanken setzen verstärkt auf physisches Gold

Ein weiterer bedeutender Faktor ist das Verhalten der Notenbanken. Weltweit stocken Zentralbanken ihre Goldreserven massiv auf. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die darauf folgenden Sanktionen haben eindrücklich gezeigt, wie schnell Devisenreserven eingefroren werden können.

Gold, physisch gelagert im eigenen Land, gilt für viele Währungshüter als sicherer Anker. Es unterliegt keinem Zahlungssystem, keiner Sanktion und keiner digitalen Zugriffsmöglichkeit. Zusätzlich sorgen starke Schwankungen an den Devisenmärkten dafür, dass Gold wieder stärker als strategische Reserve genutzt wird. Diese Nachfrage institutioneller Käufer wirkt dauerhaft preisstützend.

Angst, die Rally zu verpassen, verstärkt den Trend

Neben fundamentalen Gründen spielt auch Psychologie eine entscheidende Rolle. Viele Investoren fürchten, den weiteren Anstieg zu verpassen, und steigen trotz hoher Preise noch ein. Diese Dynamik verstärkt die Aufwärtsbewegung zusätzlich. Marktbeobachter sprechen von einer sich selbst beschleunigenden Entwicklung, bei der neue Rekorde weitere Käufer anziehen.

Allein in den ersten Wochen des Jahres hat Gold bereits zweistellige Kursgewinne erzielt. Schon im Vorjahr war das Edelmetall um mehr als 60 Prozent gestiegen und hatte damit das stärkste Jahresplus seit 1979 verzeichnet.

Silber profitiert vom Goldboom

Parallel zum Höhenflug des Goldes erlebt auch Silber eine außergewöhnliche Nachfrage. Der Preis für eine Feinunze überschritt zuletzt die Marke von 100 US-Dollar und setzte seinen Anstieg anschließend fort. Während Gold vor allem von institutionellen Investoren und Zentralbanken gekauft wird, ist Silber besonders bei Privatanlegern gefragt.

Viele Anleger weichen angesichts der hohen Goldpreise auf das deutlich günstigere Edelmetall aus. Darüber hinaus spielt Silber eine zentrale Rolle als Industriemetall, etwa in der KI-Technologie, der Robotik und der Energiewirtschaft. Diese doppelte Funktion als Wertaufbewahrungsmittel und industrieller Rohstoff verleiht Silber zusätzlichen Rückenwind.

Edelmetalle als Spiegel globaler Unsicherheit

Die Entwicklung an den Edelmetallmärkten ist Ausdruck einer Welt im Umbruch. Kriege, geopolitische Machtverschiebungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und innenpolitische Spannungen führen dazu, dass klassische Sicherheitsmechanismen zunehmend infrage gestellt werden.

Gold und Silber profitieren von diesem Umfeld in besonderem Maße. Sie stehen für Stabilität in einer Zeit, in der Vertrauen in Währungen, Märkte und politische Verlässlichkeit schwindet. Solange diese Unsicherheiten anhalten, dürfte die Nachfrage nach Edelmetallen hoch bleiben.

Schlagwörter: DollarEdelmetallegeopolitische RisikenGoldpreisInflationKrisenwährungNotenbankenRohstoffeSilberZentralbanken
Tobias Schreiner

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