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STARTSEITE POLITIK

Geopolitische Spannungen belasten Märkte, treiben Ölpreise

VON Tobias Schreiner
20. Februar 2026
in POLITIK, WELT
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Steigende Nervosität an den Rohstoffmärkten

Die internationalen Rohstoffmärkte reagieren zunehmend sensibel auf die wachsenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Besonders die Sorge vor einer weiteren Eskalation zwischen den USA und dem Iran sorgt für Aufwärtsdruck bei den Ölnotierungen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich zuletzt um 0,3 Prozent auf 71,86 US-Dollar je Barrel. Das amerikanische Referenzöl WTI legte um 0,5 Prozent zu und notierte bei 66,78 US-Dollar je Barrel.

Bereits am Vortag hatten die Preise den höchsten Stand seit sechs Monaten erreicht. Marktteilnehmer sehen darin ein klares Signal, dass geopolitische Risiken aktuell wieder stärker in die Preisbildung einfließen. Jede zusätzliche Meldung aus der Region wird genau beobachtet, da sie unmittelbare Folgen für Fördermengen, Transportwege und Versicherungsprämien haben kann.

Drohungen aus Washington und Reaktionen aus Teheran

Auslöser der jüngsten Bewegung war eine deutliche Warnung von US Präsident Donald Trump. Er erklärte, es würden „schlimme Dinge“ geschehen, falls der Iran keine Einigung über sein Atomprogramm erziele. Zugleich setzte er eine Frist von zehn bis fünfzehn Tagen, um Fortschritte zu erzielen.

Auf iranischer Seite mehren sich parallel die Zeichen militärischer Aktivität. Laut Berichten einer lokalen Nachrichtenagentur plant der Iran ein gemeinsames Seemanöver mit Russland. Wenige Tage zuvor hatte das Land zudem die Straße von Hormus vorübergehend für Militärübungen gesperrt. Diese Meerenge gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte des globalen Ölhandels, da ein erheblicher Teil der weltweiten Exporte dort passiert.

Die Kombination aus scharfer Rhetorik, militärischen Übungen und der strategischen Bedeutung zentraler Seewege erhöht die Risikoprämien an den Energiemärkten spürbar.

Vorsichtige Stimmung an den asiatischen Börsen

Die Spannungen spiegeln sich auch an den Aktienmärkten wider. Zum Wochenschluss dominierten in weiten Teilen Ostasiens und in Australien negative Vorzeichen. Händler berichten, dass insbesondere die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens der USA gegen den Iran die Anleger zu Zurückhaltung veranlasst.

Viele Investoren reduzieren ihr Risikoengagement und schichten Kapital in defensivere Anlageklassen um. Besonders Technologiewerte, Autohersteller und Finanzaktien stehen unter Druck, da sie als konjunkturabhängig gelten und in Phasen erhöhter Unsicherheit häufig verkauft werden.

Deutliche Verluste in Tokio

Der japanische Leitindex Nikkei gab um 1,1 Prozent nach und fiel auf 56.811 Punkte. Dabei trennten sich Anleger vor allem von Titeln aus dem Chipsektor, der Automobilindustrie und dem Finanzbereich.

Die Aktien von Tokyo Electron verloren 1,4 Prozent. Der Automobilhersteller Toyota Motor rutschte um rund 4 Prozent ab. Auch Finanzwerte gerieten unter Druck, darunter die Sumitomo Mitsui Financial Group, deren Kurs um 2,9 Prozent nachgab.

Marktbeobachter werten diese Entwicklung als Ausdruck einer breiten Risikoreduktion. Anleger bevorzugen aktuell Liquidität und Stabilität, anstatt auf weiteres Wachstum zu setzen.

Südkorea trotzt dem negativen Trend

Ein klarer Gegenpol zeigte sich in Seoul. Der südkoreanische Leitindex Kospi stieg um 2,3 Prozent und erreichte ein neues Rekordhoch. Besonders gefragt waren Rüstungsaktien, die von der geopolitischen Unsicherheit profitieren.

Die Papiere von Hanwha Systems sprangen um fast 11 Prozent nach oben. Auch Hyundai Rotem legte kräftig zu und gewann 3,8 Prozent. Zusätzlich sorgte Stärke im Halbleitersektor für Rückenwind. Die Aktien von SK Hynix verteuerten sich um 6 Prozent.

Anleger setzen hier offenbar auf Unternehmen, die entweder direkt von steigenden Verteidigungsausgaben profitieren oder strukturell gut positioniert sind, um von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Speicherchips zu profitieren.

Ölpreise als Taktgeber für Inflation und Geldpolitik

Die Entwicklung am Ölmarkt hat weitreichende Konsequenzen. Steigende Energiepreise wirken sich nicht nur auf Transportkosten und Produktionspreise aus, sondern können auch die Inflation erneut anfachen. Für Notenbanken bedeutet dies eine zusätzliche Herausforderung, da Zinssenkungen schwieriger zu rechtfertigen wären, wenn der Preisdruck zunimmt.

Gleichzeitig belasten höhere Energiekosten die Kaufkraft der Verbraucher und können das Wirtschaftswachstum dämpfen. Vor diesem Hintergrund beobachten Investoren die geopolitische Lage besonders aufmerksam.

Märkte zwischen Risiko und Umschichtung

Das aktuelle Marktumfeld ist geprägt von einer Mischung aus Vorsicht und selektiver Chancenorientierung. Während viele Anleger Risiko reduzieren, fließt Kapital gezielt in Sektoren, die von geopolitischen Spannungen profitieren oder als relativ widerstandsfähig gelten.

Die Kursgewinne bei Rüstungswerten und ausgewählten Halbleiterherstellern zeigen, dass es trotz der Unsicherheit Gewinnersegmente gibt. Gleichzeitig verdeutlichen die Verluste in Japan, wie schnell sich Stimmung drehen kann, wenn neue Risiken aufkommen.

Schlagwörter: AktienmärkteBrentIranKospiKriegKriseNikkeiÖlmarktRüstungTrumpUSAWTI
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