Massiver Rückgang beim Konzernergebnis – Bis 2030 sollen 50.000 Stellen wegfallen
Der Volkswagen-Konzern, Europas größter Automobilhersteller, steht vor einer der größten wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre. Die Geschäftszahlen für 2025 zeigen einen deutlichen Rückgang beim Gewinn. Nach Steuern erwirtschaftete das Unternehmen nur noch 6,9 Milliarden Euro, während im Jahr zuvor noch 12,4 Milliarden Euro erzielt wurden.
Damit ist der Konzerngewinn um rund 44 Prozent eingebrochen. Trotz seiner globalen Marktstellung und eines weiterhin hohen Umsatzvolumens konnte der Autobauer diesen Rückgang nicht verhindern. Der Konzernumsatz sank im gleichen Zeitraum leicht um 0,8 Prozent auf etwa 322 Milliarden Euro.
Diese Zahlen verdeutlichen den Druck, unter dem die gesamte Automobilindustrie derzeit steht. Steigende Kosten, geopolitische Spannungen, schwächere Märkte und strategische Anpassungen belasten selbst die größten Hersteller.

Radikaler Stellenabbau bis 2030 geplant
Parallel zu den schwächeren Geschäftszahlen hat Volkswagen seine Sparmaßnahmen erneut bekräftigt. Laut Geschäftsbericht plant der Konzern, bis zum Jahr 2030 rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen.
Bereits zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, etwa 35.000 Stellen innerhalb der Kernmarke Volkswagen zu streichen. Nun zeigt sich, dass auch andere Marken innerhalb des Konzerns betroffen sind.
Beim Premiumhersteller Audi sollen bis 2029 rund 7.500 Arbeitsplätze wegfallen. Beim Sportwagenbauer Porsche plant das Unternehmen den Abbau von etwa 3.900 Stellen, einschließlich Leiharbeitskräften.
Der Personalabbau soll jedoch nicht über klassische Kündigungen erfolgen. Stattdessen setzt der Konzern auf Maßnahmen wie Altersteilzeitprogramme und Abfindungen, um die Zahl der Beschäftigten schrittweise zu reduzieren. Betriebsbedingte Kündigungen wurden ausdrücklich ausgeschlossen.
Schwieriges Jahr für den Autokonzern
Die Entwicklung der Geschäftszahlen zeigt, wie stark Volkswagen im Jahr 2025 mit wirtschaftlichen Belastungen zu kämpfen hatte. Besonders problematisch war das dritte Quartal, in dem der Konzern sogar in die roten Zahlen rutschte.
In diesem Zeitraum musste Volkswagen einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro verbuchen. Mehrere Faktoren trafen gleichzeitig zusammen.
Ein zentraler Belastungsfaktor war die strategische Neuausrichtung bei der Tochter Porsche. Das Unternehmen hatte seine Pläne zur schnellen Elektrifizierung teilweise überarbeitet und setzt weiterhin stärker auf Verbrennungsmotoren. Dieser Strategiewechsel verursachte erhebliche Kosten, die sich auch im Ergebnis des Mutterkonzerns niederschlugen.
Zusätzlich belasteten US-Zölle das Geschäft. Die Handelsmaßnahmen führten zu Milliardenkosten für den Konzern und erschwerten die Profitabilität auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt.
Leichte Erholung zum Jahresende
Trotz der insgesamt schwierigen Entwicklung gab es gegen Ende des Jahres erste positive Signale. Im vierten Quartal 2025 konnte Volkswagen wieder bessere Ergebnisse erzielen als in den ersten neun Monaten.
Diese Stabilisierung deutet darauf hin, dass der Konzern einige der vorherigen Belastungen zumindest teilweise auffangen konnte. Dennoch bleibt das Gesamtjahr 2025 deutlich schwächer als die Vorjahresperiode.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Oliver Blume steht deshalb weiterhin unter erheblichem Druck, den Konzern wirtschaftlich zu stabilisieren und gleichzeitig die Transformation der Automobilindustrie zu bewältigen.
Absatzentwicklung zeigt regionale Unterschiede
Auch bei den Fahrzeugverkäufen verzeichnete Volkswagen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2025 lieferte der Konzern weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Marken aus.
Damit lag der Absatz um 0,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Zwar konnte Volkswagen in Europa sogar leicht wachsen, doch diese Entwicklung reichte nicht aus, um die Rückgänge in anderen wichtigen Märkten zu kompensieren.
Besonders problematisch zeigte sich erneut der chinesische Markt. China gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Automobilhersteller. Doch die zunehmende Konkurrenz lokaler Hersteller und die schwächere Nachfrage nach europäischen Marken setzen den Konzern unter Druck.
Auch in Nordamerika gingen die Verkaufszahlen zurück.
Porsche besonders stark betroffen
Besonders drastisch fällt der Gewinneinbruch bei der Konzerntochter Porsche aus. Der operative Gewinn des Sportwagenherstellers brach von 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf nur noch 90 Millionen Euro ein.
Das entspricht einem Rückgang von rund 98 Prozent und gehört zu den stärksten Ergebnisverschlechterungen innerhalb des Konzerns.
Hauptursache ist auch hier das schwächelnde Geschäft in China, wo sich die Nachfrage nach Luxusfahrzeugen deutlich abgekühlt hat. Für Porsche, dessen Modelle traditionell hohe Margen erzielen, hat diese Entwicklung besonders starke Auswirkungen auf die Profitabilität.
Großer Umbau der Automobilindustrie
Die Zahlen des Volkswagen-Konzerns spiegeln eine umfassende Umbruchphase in der globalen Automobilbranche wider. Hersteller investieren Milliardenbeträge in neue Technologien, darunter Elektromobilität, Softwareentwicklung und digitale Fahrzeugplattformen.
Gleichzeitig geraten klassische Geschäftsmodelle unter Druck. Neue Wettbewerber, insbesondere aus China, gewinnen zunehmend Marktanteile. Hinzu kommen politische Faktoren wie Handelskonflikte, Zölle und strengere Klimavorgaben.Für einen Konzern mit weltweit fast neun Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr bedeutet dieser Wandel enorme organisatorische und finanzielle Herausforderungen.




