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STARTSEITE WELT

Ölpreise steigen wegen Hormus-Krise

VON Tobias Schreiner
5. März 2026
in WELT, WIRTSCHAFT
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Energiepreise reagieren empfindlich auf Nahostkrieg

Die militärische Eskalation im Nahen Osten sorgt erneut für deutliche Bewegungen auf den internationalen Energiemärkten. Vor allem die Sorge um unterbrochene Lieferketten treibt die Preise für Rohöl nach oben. Hintergrund sind Angriffe iranischer Streitkräfte auf Tanker in der strategisch wichtigen Straße von Hormus, einer der bedeutendsten Handelsrouten für Energie weltweit.

Zu Beginn des Handelstags verteuerte sich das Nordseeöl Brent zeitweise um mehr als vier Prozent und erreichte einen Preis von 84,74 US-Dollar pro Barrel. Auch das amerikanische Referenzöl WTI (West Texas Intermediate) legte deutlich zu und kletterte auf 78,09 US-Dollar pro Fass.

Im weiteren Handelsverlauf schwächten sich die Preissteigerungen zwar etwas ab, dennoch notierten beide Sorten weiterhin etwa ein Prozent über dem Vortagsniveau.

Straße von Hormus als kritischer Engpass

Die Nervosität an den Märkten konzentriert sich vor allem auf die Lage in der Straße von Hormus. Diese schmale Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und zählt zu den wichtigsten Verkehrsadern für den weltweiten Energiehandel.

Rund ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggaslieferungen wird über diese Route transportiert. Jede Störung in diesem Gebiet kann daher erhebliche Auswirkungen auf die internationale Energieversorgung haben.

Derzeit ist der Schiffsverkehr in dieser Region stark eingeschränkt. Berichten zufolge wurden mehrere Öltanker von iranischen Streitkräften angegriffen, teilweise in unmittelbarer Nähe der strategischen Wasserstraße. Infolge dieser Vorfälle wurde der Transport durch die Meerenge zeitweise vollständig eingestellt.

Preisschub seit Beginn der Woche

Die Unsicherheit über die Energieversorgung hat die Ölpreise bereits seit mehreren Tagen deutlich steigen lassen. Seit Beginn der Woche verzeichneten sowohl Brent als auch WTI einen kräftigen Preissprung.

Innerhalb weniger Tage erhöhten sich die Notierungen um mehr als 16 Prozent. Ein derart schneller Anstieg verdeutlicht, wie sensibel die Märkte auf geopolitische Risiken reagieren.

Sobald wichtige Förder- oder Transportregionen in Konflikte verwickelt werden, kalkulieren Händler mögliche Angebotsengpässe ein. Schon die Erwartung geringerer Liefermengen kann ausreichen, um die Preise erheblich zu bewegen.

Analysten warnen vor möglichen Lieferproblemen

Marktbeobachter sehen in der aktuellen Situation ein erhebliches Risiko für die Stabilität der globalen Energieversorgung. Analysten der internationalen Bank ANZ betonten, dass sich die Aufmerksamkeit der Händler derzeit vor allem auf den möglichen Ausfall von Transportwegen konzentriert.

Selbst wenn Förderanlagen nicht direkt betroffen sind, können blockierte oder gefährdete Schifffahrtsrouten den Ölfluss massiv beeinträchtigen. Besonders kritisch wäre ein länger andauernder Stillstand in der Straße von Hormus.

Die Meerenge gilt als unverzichtbare Verbindung zwischen den großen Förderländern am Persischen Golf und den wichtigsten Verbrauchermärkten in Europa, Asien und Nordamerika.

Globale Märkte reagieren auf Energieunsicherheit

Die steigenden Rohölpreise haben nicht nur Auswirkungen auf Energieunternehmen. Sie beeinflussen auch zahlreiche andere Wirtschaftsbereiche.

Höhere Ölpreise können Transportkosten erhöhen, Produktionskosten in der Industrie steigen lassen und letztlich auch Verbraucherpreise beeinflussen. In der Vergangenheit führten ähnliche geopolitische Krisen häufig zu Inflationsdruck und wirtschaftlicher Unsicherheit.

Besonders energieintensive Branchen reagieren empfindlich auf solche Entwicklungen. Auch Finanzmärkte beobachten die Situation aufmerksam, da Energiepreise ein zentraler Faktor für wirtschaftliches Wachstum sind.

Strategische Bedeutung der Region

Der Persische Golf zählt zu den wichtigsten Regionen der globalen Energieversorgung. Länder wie Saudi-Arabien, Iran, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über enorme Öl- und Gasreserven.

Ein erheblicher Teil dieser Ressourcen wird über Tanker exportiert – und muss dabei die Straße von Hormus passieren. Schon kleine militärische Zwischenfälle können daher weitreichende Folgen für die internationalen Märkte haben.

Die jüngsten Angriffe auf Tanker haben diese Verwundbarkeit erneut deutlich gemacht. Marktteilnehmer reagieren deshalb besonders sensibel auf jede Nachricht aus der Region.

Unsicherheit bleibt dominierender Marktfaktor

Die Entwicklung der Ölpreise in den kommenden Wochen hängt stark davon ab, wie sich die militärische Lage im Nahen Osten entwickelt. Sollte der Konflikt weiter eskalieren oder der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus länger unterbrochen bleiben, könnten die Preise weiter steigen.

Für Händler und Investoren bleibt deshalb die geopolitische Situation derzeit der wichtigste Einflussfaktor auf den Energiemärkten.

Schlagwörter: BrentEnergiemarktEnergieversorgungNahostkonfliktÖlmarktÖlpreisRohölhandelStraße von HormusTankerangriffeWTI
Tobias Schreiner

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